Buschi will Feuerwehrmann werden

Buschi ging gerade zum Sonntagskaffee bei der Verwandtschaft und war trotzdem glücklich. Endlich wusste er, was er werden wollte. Von unzähligen Verwandtschaftsbesuchen hatte er gelernt, dass meistens eine Frage kam, die ihn inzwischen nervte. Irgendwann – wenn die Kuchenteller sich leerten – hatten die Großen alle langweiligen Themen besprochen: das Wetter, der blöde Nachbar, die Krankengeschichte der Oma und die ewige Frage, wohin die alte Henne immer ihre Eier legt. Dann fiel ihnen wohl nichts anderes mehr ein und dann kam Buschi dran. Jemand fragte, wie es in der Schule läuft oder noch schlimmer: „Sag mal Buschi, weißt Du denn inzwischen, was Du mal werden willst?“ Und alle blickten ihn dann an, als könne er die nächsten Lottozahlen verraten. Aber Buschi wusste es nicht und das führte immer zu allgemeinem Stirnrunzeln. Lehrer wie seine Mutter wollte er nicht werden und auch kein Bäcker wie sein Vater. Er wollte etwas mit Technik und mit Uniformen und mit Sport und nicht jeden Tag dasselbe. Gibt es nicht, meinte Onkel Thomas und fügte immer hinzu, er hätte als Kind auch noch nicht gewusst, dass er mal Mülltrennungsmaschinen entwirft.

papageiAls sie heute in die Straße seiner Großeltern einbogen, stand da ein großes rotes Auto, ein Leiterwagen der Feuerwehr. Buschi erschrak, sah dann aber erleichtert, dass es nirgends brannte, vor Bränden hatte er nämlich Angst. Stattdessen fingen die Feuerwehrleute gerade Omas roten Papagei ein, der im großen Baum vor ihrem Haus hockte. Nach dem Aussteigen ging Buschi zusehen und fragte einen Feuerwehrmann: „Ich dachte, die Feuerwehr löscht nur Brände?“ Doch er erfuhr, dass nur jeder zwanzigste Feuerwehreinsatz mit Feuer zu tun hat. Dann durfte er sich den Leiterwagen genau anschauen und sogar im Korb ein wenig auf und ab fahren. Buschi war schwer beeindruckt von allem und seine Entscheidung stand fest. Als wieder DIE Frage kam, antwortete er stolz: „Ich will Feuerwehrmann werden!“